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Freitag, 22. Mai 2015

Metamorphosen

Wenn ich so zurück blicke auf die vergangenen Wochen, Monate, Jahre fühle ich mich manchmal als würde ich an einen anderen Menschen denken. Entwicklungen die man durchläuft, Erfahrungen die man macht. Alles scheint wie aus einem Film. Als gäbe es ein Drehbuch. Dieses Drehbuch sorgt für Spannungen und Gänsehaut Momente und lässt dennoch Improvisationsfreiraum. Das Leben ist kein Spiel, das Leben ist ein Film, denke ich mir während ich mit dem Zug durch die Abenddämmerung fahre. Das Drehbuch mag unbekannt sein. Und dennoch wird es weiter gehen. Als wäre es unvollständig, als würde weiterhin daran geschrieben werden. Man durchläuft eine Metamorphose, im Zuge desser man sich selbst erst kennen lernt. Manchmal fühle ich mich als würde ich in irgendeiner abgefahrenen Art eine Beziehung mit mir selbst führen, auf einer Metaebene, welche ich nicht zu verstehen scheine. Manchmal weiß ich nicht wie ich in einer bestimmten Situation handeln würde und wie ich in zwei Jahren denken werde. Manchmal hasse ich mich und manchmal Laufe ich nahezu narzisstisch an einem Spiegel vorbei und es gibt keinen Menschen den ich mehr liebe. Vielleicht trifft der Satz "man selbst kennt sich am besten" insofern zu, dass man sich zwar nicht absolut und zweifellos kennt, aber dennoch besser als alle anderen. 

Und ja ich habe Angst. Und ja ich verzweifle häufig. Und ja vielleicht denke ich zu viel nach oder hinterfrage zu viel. Aber machen nicht gerade diese Unsicherheiten und Ungewissheiten das Drehbuch zu einem guten. Einem guten, welches sich lohnt verfilmt zu werden, welches sich lohnt gesehen zu werden? Welches sich lohnt gelebt zu werden? 

Donnerstag, 2. April 2015

Schubladenflucht

So viel Zeit, so viel passiert, in so viel Zeit.
Ich weiß noch nicht wohin das hier führt, aber ich glaube so ist das im Leben, und so ist es auch mit diesem Blog. Irgendwann machst du Pause und dann machst du weiter. Und irgendwann pausierst du vielleicht wieder, und dann machst du doch weiter, oder du steigst aus, aus dem Leben. Aber bis es soweit ist, wird es noch jede Menge Weitermachen und Pause machen geben.

Nun gut, und wie es ja allerseits bekannt ist "Hinfallen, Aufstehen, Krone richten". Vielleicht muss man manchmal eben noch ein bisschen liegen bleiben um die Kraft zu Aufstehen zu sammeln. Worum es doch letztendlich geht ist das Aufstehen.

Wie auch immer "Je vais continuer", ich werde weitermachen.
In einem Lied habe ich mal gehört, die Gesellschaft ist wie ein IKEA-Regal.

"Das Zentrum der Gesellschaft ist wie ein IKEA-Regal
Und solange die in eine dieser Schubladen passt
Auf der "Verwertbar" steht, kannst du alles tun oder lassen"

Was ich in meiner Pause gelernt habe ist, dass nur weil die eine Schublade scheiße ist es nicht heißt, dass die anderen besser sind. Und wenn wir mal ehrlich sind, in so einer Schublade ist es auch ganz schön dunkel und eng. Dabei ist es doch viel schöner den Himmel über sich zu sehen, Wiesen und Wälder, Städte und ihre Menschen. Frei sein.

Schubladen entstehen aus der Angst der Menschen. Sowohl aus der Angst derer die sie schaffen, als auch derer die in ihr sitzen. Es ist nur empfehlenswert sich von dieser Angst zu befreien. Wovor auch Angst haben, draußen, außerhalb der Schublade? Den Menschen? Den Anderen? Freunde, Mitschüler, Familie?  Sie sitzen doch auch alle in den Schubladen. Wovor also Angst haben, wenn die Ängste zusammen mit den anderen in den Schubladen eingesperrt sind, sich selbst dort eingesperrt haben?

Es gibt eine Welt außerhalb des IKEA-Regals, eine Welt in der du zwar stark sein musst, aber keine Angst zu haben brauchst. Denn hier draußen laufen nur weitere Schubladenflüchtlinge herum.

Januar 2015




Samstag, 11. Januar 2014

von unfairen Versicherungen

Wisst ihr was ich schon ein bisschen unfair finde?
Also so im allgemeinen halte ich es ja immer ein für Vorurteil der Gesellschaft an die Gesellschaft, dass diese so intolerant und bla sei. Denn ehrlich gesagt habe ich bisher genau die gegensätzliche Erfahrung gemacht, wenn man mit genügend Offenheit, Verständnis und Erklärungswillen auf Menschen zu geht. Meiner Meinung nach sind wir doch alle Menschen, fühlen teilweise die selben Gefühle und ein bisschen Grips hat doch jeder. Kurz: wirklich dumm und unfähig zu verstehen ist doch keiner. Solange es erklärt wird.
Man kann einem Grundschüler auch nicht Matheaufgaben vors Gesicht knallen, ohne sie zu erklären. Natürlich versteht er es dann nicht.
So, um zum eigentlichen Punkt zu kommen:
Wusstet ihr, das Transsexuelle Menschen in Deutschland keine Lebensversicherung und keine Berufsunfähigkeits-Versicherung abschließen können/dürfen? Habe ich gestern von einem älteren (ehemaligen) Transmann erfahren. Sobald die Diagnose bei irgendeinem Arzt protokolliert wurde, ist da wohl nichts mehr zu machen.
Also ich hab echt keine Ahnung von Versicherungen, aber ich hab mich jetzt natürlich dann schon ein wenig informiert und das ist schon irgendwie... etwas unpraktisch. Gerade das mit der Berufsunfähigkeits-Versicherung. Ich meine man weiß ja nie ob nicht mal ein Arm oder so abfällt oder irgendeine Krankheit kommt, sodass man nicht mehr arbeiten kann. Und dann sitz ich echt dumm da auf meinen vier Buchstaben... -.-

Donnerstag, 9. Januar 2014

Alltagstests

Yay!
Ende Januar ein Termin beim Gutachter. Dann, mit etwas Glück und Überzeugungsvermögen geht es hoffentlich bald in die Alltagstestphase, und somit den Hormonen einen Schritt näher.
Ein Hochgefühl ist das, das glaubt ihr mir nicht!
Einige Leute waren nicht gerade begeistert davon, aber ich hätte mir die Reaktionen auch schlimmer vorstellen können. Von daher... "who cares".
Am Ende wird eh immer alles gut. Und ist es nicht gut, dann ist es (noch) nicht das Ende.
Peace Out!

Donnerstag, 2. Januar 2014

happy new year

So, ich will jetzt keine großen Ansprachen halten, die eh keinen interessieren. :D
machen wirs kurz, ich wünsch euch allen ein supertolles neues Jahr, und dass es (noch) besser wird als das alte :)

Dienstag, 31. Dezember 2013

Eigentlich...

Ja, eigentlich. Mir ist nämlich gerade etwas aufgefallen. Etwas, das vielleicht mein manchmal sehr kindisches und... unreifes verhalten erklärt. Und zwar war ich gerade dabei Chemie zu lernen, okay, das tut jetzt nicht groß was zur Sache, aber egal. Jedenfalls, rechnete ich eben so Atome hier Ionen da und so weiter. Bis ich dann anfing die grundlegendsten Dinge zu errechnen und miteinander in Relation zu setzen. Und da fiel mir eben etwas auf, das eigentlich total offensichtlich sein könnte.
Was ich meine ist, wenn man mal richtig überlegt bin ich gerade mal ein 12 Jahre alter Junge.
Bis zum 10. Lebensjahr waren (damals) Kinder sich sowieso ziemlich ähnlich, was Jungs und Mädchen betrifft. Auch konnte ich bis dahin...naja eben alles ausleben. Dann, bis ich 15 war, also 5 Jahre, passte ich mich ja eigentlich nur an, verschwendete meine zeit damit möglichst wie ein normales Mädchen meines Alters zu wirken. Ja, und jetzt seit 2 Jahren... ist eben wieder alles ... naja, so gut wie richtig.
Was ich meine ist, ich habe ganze 5 Jahre meines Lebens vergeudet, also jetzt nicht in dem Sinne, das es nicht notwendig gewesen wäre, denn ohne diese Zeit und die Erfahrungen hätte ich den Absprung vielleicht nie geschafft. Aber es waren eben andere Erfahrungen. Solche, welche andere in dem Alter machten, fehlen mir. Das heißt vom männlichen Verhalten her, bin ich eigentlich auf dem Stand eines 12-jährigen. Ja, sicher, ein Stück weit gleicht es sich dann doch durch das tatsächliche Alter, und das mir angeeignete Wissen aus, aber manchmal macht es sich dann eben doch bemerkbar. Ich muss noch so vieles nachholen...

Wollte ich nur mal angemerkt haben, so als indirekte Entschuldigung für manches... :P

Samstag, 21. Dezember 2013

Zeit und Reden... Zeit zum Reden (?)

Eigentlich bräuchte ich dringend mal wieder jemanden zum reden. Ja, klar sicher, es gibt schon Leute die mir zuhören. Aber ich will reden, über Dinge auf die irgendwie keiner eine Antwort zu wissen scheint. Und wenn ich erzähle... ja dann erzähle ich halt, werde eine Menge los, aber wirklich bereichert werde ich dadurch nicht. Mal ganz abgesehen von Trans-Planungstechnischen Dingen, da lässt sich irgendwie sowieso keiner finden der wirklich Ahnung hat.
Und ich brauche Zeit, Zeit die ich nicht habe. Ich brauche Zeit alleine. Ich habe nichts dagegen alleine zu sein solange ich nicht einsam bin.

Aber eigentlich will ich mich auch nicht beschweren. Dazu habe ich nicht wirklich das Recht. An sich habe ich Unterstützung ohne Ende. Aber vielleicht ist auch genau das dass Problem. Laufend sind Leute um mich rum, jeder meint seine Meinung über Dinge abgeben zu müssen, die alleine mich etwas angehen.
Und wenn Grenzen überschritten werden, dann lasse ich das ohne Widerstand zu. Weil ich nicht nein sagen kann. Immer Ja und Amen. Ich kümmer mich um Dinge, die mir scheißegal sein könnten, lasse mich von Sachen runterziehen ohne mich zu wehren. Und warum? Weil ich niemandem weh tun möchte. Möchte meinen Eltern nicht in den Rücken fallen, anderen nicht zur Last werden, und sie nicht mit einem "Ich will jetzt nicht, lass mich in Ruhe" verletzen.

Oft bekomme ich zu hören, dass gerade ich, weil ich depressiv bin, oder war, wie auch immer, damit umgehen könnte, mit anderen umgehen könnte. Aber das ist ein großer Trugschluss und ich weiß wirklich nicht wie alle darauf kommen. Was ich meine ist, wüsste ich damit klar zu kommen, hätte ich selbst doch nicht das Problem gehabt. Als ob ich mich aus dem ganzen Müll von selbst rausgezogen hätte, als ob ich einfach mal so vom Schneiden und dem ganzen anderen Kack wegkam. Gut, vielleicht hatte ich den Willen dazu und habe mitgearbeitet. Aber letztendlich habe ich das nicht alleine gemacht. Dazu waren viele Hilfen nötig, viele Leute denen ich dankbar bin, es aber nie wirklich sagen kann.

Aber wie zur Hölle soll ich über meinen eigenen Mist auch das Leiden der Welt (gefühlt) beseitigen?
Ich bin doch auch nur ein Mensch, bin ein genauso kleiner Fleck im Universum wie alle anderen auch.
Sicher, ja ich bin durch Dinge durchgegangen von denen andere nicht einmal gehört haben, aber das macht mich doch zu niemanden der auf jedes gottverdammte Problem eine Antwort weiß.
Ich eiere doch selbst mit meinem Dreck rum. Klar klingt das egoistisch, und das ist es auch. Aber letzten Endes will ich mein Leben auf die Reihe kriegen, und dazu gehört anscheinend etwas mehr oder weniger Egoismus. Aber es ist auch langsam mal genug es kann nicht ewig sein, dass ich mir von anderen helfen lassen muss, das geht nicht! Die haben auch ihre eigenen Ballaste.

Hä? Toll, jetzt verstehe ich mich und meinen eigenen Text irgendwie nicht mehr. Einerseits beschwere ich mich über den Trubel um mich herum, andererseits gebe ich aber zu, dass ich es alleine nicht schaffen würde.
Außerdem bin ich nicht im Stande anderen Hilfe zu leisten, obwohl so viele, jederzeit immer für mich da waren.
Das sind lauter Diskrepanzen in sich. Total widersprüchlich. Und es ist nicht fair von mir.

Das überfordert mich gerade alles, ich glaube das ist genau das was ich mit Zeit meinte. Es geht nicht darum dass ich anderen nicht helfen will, es geht darum, dass ich es noch nicht kann.
Erst einmal muss ich mich verstehen bevor ich andere verstehen kann.

Und das hat jetzt absolut gar nichts mit dem Geschlechtsidentitätsmist zu tun, das ist schon immer eine Konstante gewesen und wir es auch immer bleiben.

Ich glaube ich werde mich für eine Zeit einfach mal aus allem rausnehmen.
Thaha, das darf ich alles abschreiben...
Langweilig wirds nicht :D
Die zwei Wochen Weihnachtsferien sind ideal um sie für mich zu nutzen. Ich muss eh total viel lernen, weil ich jetzt so lange gefehlt habe. Und ich will das wirklich packen. Ich will die Arbeiten schreiben und gut abschneiden. Ich will mein Abi schaffen um studieren zu können. Und die Uni an der ich studiere würde ich mir gerne aussuchen können. Ja, ich gebe zu, die Messlatte habe ich recht hoch gehängt, aber je größer die Herausforderung ist, desto mehr Kraft wendet man an, um sie zu bewältigen und desto mehr schafft man auch. Selbst wenn man das Ziel nicht erreicht. Man muss es nur versuchen.


Freitag, 13. Dezember 2013

you´ll make it - you will go through

Ich bin echt super gelaunt. In den Letzten Wochen muss ich ehrlich sagen, ist es als hätte jemand mein Leben völlig umgekrempelt. Ich bin nicht mehr müde, kann mich auf Dinge konzentrieren, die mir Spaß machen, früher ging das nicht. Auch unangenehme Aufgaben lassen sich ganz easy bewältigen, es gibt immer einen Weg. Ich weiß nicht woran es liegt, vielleicht daran, dass ich mittlerweile andere Medikamente bekomme, oder daran, das mein Blinddarm jetzt draußen ist (ja, ich kam vor zwei Wochen in die Notaufnahme, mit Höllenschmerzen, das war echt krass, mir hat noch nichts, wirklich nichts so weh getan (soweit ich mich erinnern kann), und ich weiß nicht, aber ich glaube mit Schmerzen kenne ich mich einigermaßen aus...). Naja, jedenfalls lag ich 10 min später, um 0:30 im OP. Akuter Bilddarm, sie meinten, wenn wir noch ein, zwei Tage gewartet hätten wäre ich vermutlich draufgegangen... :O)).
Also mal im ernst, ich bin so aktiv. Ich hab einen Mäusekäfig gebaut, ein Geschenk für meine Freundin gemacht, Geschenke gekauft, gekocht, einen Türvorhang für meine Glastür genäht, gemalt, gelernt ganze 4 Stunden am Stück. Untypisch für Aidan.

So, um jetzt aber auf den Punkt zu kommen: Ich war bis gerade eben in einer Selbsthilfegruppe für Transmänner/-frauen, und es war einfach genial! Nein, es war mehr als das, es war... einfach unbeschreiblich, so viele auf einem Haufen, so viele, die es nicht nur verstehen, sondern auch nachempfinden können. Freiheit pur! Okay, ich war der Jüngste, aber es waren noch andere, ein paar Jahre älter, und ansonsten halt viele Mittvierziger etc. Alle ganz unterschiedlich weit, die einen noch nicht einmal in Therapie, andere schon fix und fertig, mit allem was dazu gehört. Ich habe mich einfach so... ja, aufgehoben gefühlt, und verstanden. Auch wenn ich mich nicht getraut habe viel zu sagen, die Fragen und Erzählungen waren mehr als interessant. Dinge die ich schon wusste, und andere, die ich schon immer mal fragen wollte, aber nie die Gelegenheit dazu hatte. Einer dachte sogar ich würde schon Testo bekommen, das ist wirklich das Beste was ich je gehört habe, vor allem aus dem Mund eines erfahrenen Menschen.
Danach war ich so gut drauf, dass ich am liebsten der ganzen Welt davon erzählt hätte. Fast wäre ich ausversehen zu meinen Eltern gegangen und hätte ihnen alles vorgeschwärmt. Glücklicherweise fiel mir noch rechtzeitig ein, dass das wahrscheinlich keine sehr gute Idee war, sie hätten das bestimmt nicht allzu gerne gehört.
Ach, das war so schön, da war einer, ein Transjunge, 19 Jahre alt oder so; der seinen Vater dabei hatte. Der Vater war wirklich wirklich sehr freundlich, und die beiden, ja hatten ein echt gutes Verhältnis, so richtig Vater-Sohn-mäßig. Der Vater hat seinen Sohn mit dessen männlichen Namen angesprochen und auch immer "er" gesagt, ohne Probleme oder sich zu versprechen. Er meinte zwar er und die Mutter würden ihren Sohn nicht unterstützen, also finanziell, falls was das betrifft Kosten entstehen sollten, (was ich voll verstehen kann), der Rest sei aber Sache des "Kindes", schließlich könne keiner in dessen Kopf gucken, und Gefühl ist Gefühl, daran kann man nichts ändern. Ein zufriedener Mann würde sich schließlich auch nicht "überreden" lassen, zu einer Frau zu werden.
Ja, da wurde ich fast ein bisschen neidisch. Aber ich gönne ihm sein Glück auf jeden Fall. Wir haben dann auch länger noch geredet und die anderen sind auch total nett und nehmen einen auf.

Tja, jedenfalls habe ich daraus irgendwie wieder Kraft geschöpft, es hat mir gezeigt, dass auch andere da durch müssen, und dass sie es geschafft haben. Und das werde ich auch. Ich werde es schaffen.



Mittwoch, 11. Dezember 2013

R.I.P Madiba

Acryl auf Leinwand by Aidan

Rest In Peace, Madiba, you´ll always be the one and only
My role model for life